„Golfperle auf der Alb“ feierte Geburtstag
Fünf Tage setzt der Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl zum 40-jährigen Bestehen ein Highlight nach dem anderen

Foto: Stephanie Trenz / Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl e.V.
Bei einer einzelnen Person spricht man gerne von einem Feierbiest, wenn es mal etwas länger geht. Der Golfclub Reutlingen-Sonnenbühl mutierte vergangene Woche sozusagen zum Dauer-Feierbiest: Fünf Tage lang reihte sich ein Turnier ans andere. Und am Sonntag, 5. Juli, kulminierte das Ganze in einer Matinee, bei der Prominenz aus Politik und Sport zugegen war und das Wirken des Clubs gewürdigt wurde. An allen anderen Tagen waren die Turniere bestens besucht, danach wurde gefeiert bis spät in die Nacht.
Matthias Eschle, Präsident des GC Reutlingen-Sonnenbühl, begrüßte am Sonntagfrüh die rund 120 Gäste im Festzelt auf der Terrasse des Clubs, darunter die beiden Landtagsabgeordneten Cindy Holmberg (Grüne) und Manuel Hailfinger (CDU), Sonnenbühls Bürgermeister Michael Schmidt samt Undingens Ortsvorsteher Michael Dieth sowie den Präsidenten des baden-württembergischen Golfverbands Michael Marbler.
Anstelle von langen Lobreden hatte der Club im Rahmen der Matinee auch Interviews und eine Talkrunde auf der Bühne eingeplant, die Aufschluss über die clubeigene DNA „Herz, Gemeinschaft, Zukunft“ vermittelten. Moderiert wurde das Ganze von Presse- und Öffentlichkeitsvorstand Jürgen Schaal.
Bei einem wechselseitigen Interview standen BWGV-Chef Michael Marbler und Präsident Eschle auf der Bühne. Dabei erfuhren Mitglieder und Gäste, dass der Grundstein zur Golfliebe des Sonnenbühler Präsidenten bei einem Urlaub im Passaier Tal in Südtirol gelegt wurde. Dort lernte er das Golfspiel auf einem Vier-Loch-Platz kennen, ehe er dann im Jahr 2000 zusammen mit seiner Frau Monika die Platzreife in Sonnenbühl erwarb.
Michael Marbler sprach von einem gut bestellten BWGV-Haus, das sein Vorgänger Otto Leibfritz ihm nach 16 Jahren Amtszeit hinterlassen habe. „Es ging Leibfritz nicht nur um Pars und Birdies, sondern er hat den baden-württembergischen Golfverband in Sachen Umwelt und Naturschutz vorangebracht und dafür gesorgt, dass das Thema Wasserressourcen in Zeiten des Klimawandels Priorität genießt.“ „Wir unterstützen die rund 100 Clubs in Baden-Württemberg in ihrem Bemühen, neue Mitglieder zu gewinnen und Nachwuchs heranzuziehen“, so Marbler, der zuvor selbst viele Jahre Vizepräsident im Golfclub Schönbuch war. Er lobte die Arbeit von Präsident Matthias Eschle, der sich im achten Jahr seiner Amtszeit befinde. Der Club sei gut aufgestellt und könne sehr zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Nach den Worten von Matthias Eschle waren die ersten Jahre seiner Präsidentschaft geprägt von Sanierungsmaßnahmen am Hauptgebäude. Zudem wurde eine Fotovoltaik-Anlage auf die Dächer der Gebäude installiert, der aktuelle Löschteich von Gund auf saniert und ein Drei-Loch-Übungskurzplatz gebaut. Jetzt gehe es darum, den 40 Jahre alten Platz zu verbessern, sprich Bunker und Abschläge zu sanieren.
Nach diesem ersten Programmpunkt fand unter großem Interesse der Festgäste die Premiere des neuen Imagefilms statt, der in den Wochen vor dem Jubiläum von der Firma Steilhang mit Mitgliedern und Aktiven der neun Mannschaften auf dem Platz produziert wurde.
In der nachfolgenden Talkrunde standen Gründungsmitglied Robert Foster, Jugendtrainerin Isabel Flach und Frank-Simon Reinhold, der mit seinen „Ballschubsern“ die Neuankömmlinge betreut, Rede und Antwort. Laut Reinhold betreuen die „Ballschubser“ die Neuen auf dem Platz mit der zweiwöchigen Aktion „Bahn frei“, bringen sie mit der Serie „Tiger und Rabbit“ in den Turniermodus, helfen beim Knüpfen sozialer Kontakte im Club und schärfen das Bewusstsein für Regeln und Etikette.
Reinhold dankte seinem Vorgänger Frieder Zluhan, der ihn als Neuling betreut und dann in diese Position gebracht hatte. „Ich habe hier viele wertvolle Freundschaften geschlossen. Es ist mir ein Bedürfnis, etwas zurückzugeben von dem, was mir zuteil wurde.“
Isabel Flach lernte Golf bei einem Putt-Lehrgang während ihrer Banklehre in London kennen. In den Club auf der Reutlinger Alb sei sie eingetreten, weil dies ein echter Verein ist und fährt fort: „Mir hat hier von Anfang an gefallen, wie der Verein versucht, alle Mitglieder zu integrieren“ und schließt mit der Feststellung: „Die Jugend ist unsere Zukunftssicherung.“ Ihr Dank galt Jugendvorstand Udo Paul, der mit dem Training den Nachwuchs von drei bis 18 Jahren bei der Stange halte. „Der Faktor Spaß ist entscheidend.“
„Wie schafft man es, mit einer Handvoll Freunde einen Golfclub zu gründen?“ lautete eine der Fragen an Robert Foster, der als Vizepräsident startete und bereits im Herbst 1987 den Betreiber des Golfplatzes Erich Renz als Clubpräsidenten ablöste. Foster, dessen ganze Familie bis heute dem Golfsport verbunden ist – Tochter Caroline ist Kapitänin der AK 50-Damen, Enkel Maximilian spielt in der 1. Herrenmannschaft – erinnerte sich an den denkwürdigen Abend der Vereinsgründung: Er kam verspätet dazu, bei seinem Eintreten wurde er mit Beifall beklatscht und erfuhr, dass er in Abwesenheit zum Vizepräsidenten gewählt wurde.
Die etwas wilden aber schönen Anfangsjahre möchte er nicht missen: „Wir haben Schritt für Schritt gearbeitet, immer einen Weg gefunden und versucht, den Standard zu heben.“ Sein Ratschlag für die Zukunft: „Machen statt schwätzen.“
Als weiteren Programmpunkt des Festakts wurden alle Gäste aufgefordert, die auf den Stühlen liegenden Kärtchen auszufüllen und in die Zeitkapsel einzuwerfen. Sie soll, so Jürgen Schaal, an einer besonderen Stelle auf dem Platz vergraben und zum 75-jährigen Jubiläum – also in 35 Jahren – gehoben werden.
Mit einem Kärtchen war es bei Sonnenbühls Bürgermeister Schmidt nicht getan. Für ihn ist der Golfclub einzigartig im Landkreis Reutlingen: „Er prägt unsere Landschaft und unser gesellschaftliches Zusammensein.“ Er drückte die Hoffnung aus, dass auch noch in 35 Jahren der Golfclub ein Ort der Begegnung und Gastfreundschaft sei mit einem wunderbaren Restaurant, das Gäste aus nah und fern anziehe.
Manuel Hailfinger, stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Sportkreises, lobte die Gemeinschaft. In einer solchen gelinge es immer Höhen und Tiefen auszugleichen. „Ich sehe großes Potenzial in diesem Verein“, betonte er und wünschte dem Club alles Gute für die Zukunft.
Von einer „Golfperle auf der Alb“ sprach Otto Leibfritz, ehemaliger Präsident des Clubs und Vorgänger von Marbler im Amt als Präsident des BWGV. Er dankte besonders dem aktuellen Vorstand für seine tolle Arbeit und drückte die Hoffnung aus, dass unter dem Slogan „Schön hier“ noch in 35 Jahren ein „Meet an Greet“ an dieser Stelle unter Freunden möglich sein werde.
Jürgen Schaal stellte abschließend das Projekt Fotomosaik vor und richtete an alle Teilnehmer der Matinee die Bitte, die noch freien Flächen zu füllen. Mittels QR-Code auf den Tischen und an verschiedenen Stellen auf der Anlage könne man Selfies und Fotos direkt in das Mosaik hochladen. Nach den Jubiläumsfeierlichkeiten werde das Werk veröffentlicht.
Den musikalischen Anfang während eines Sektempfangs mit Fingerfood und den Abschluss servierte ein Trio der Musikschule Metzingen. Zuvor dankte Schaal in seiner Moderation den jungen Musikern, den vielen Helferinnen und Helfern sowie Simone Marschall von der Eventmanagementagentur Marschallplan für ihren fabelhaften und höchst kreativen Einsatz. Dies bestätigte auch BWGV-Ehrenmitglied Otto Leibritz mit den Worten: „Dein Marschallplan ging voll und ganz auf.“




















